Sommerausklang auf dem Kultur.Gut.Horsch

Watzlaff: Die Suche nach der Freiheit

Die Sängerin Ilonka Vöckel verriet uns an diesem Abend, dass sie an die Liebe auf den ersten Blick glaubt. Und ihr Publikum verliebte sich in die Musik von Watzlaff gleich auf den allerersten Ton. 


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So ein Glück! Nach ein paar Regentagen kam der Spätsommer rechtzeitig zurück, um uns tagsüber nochmal warme Sonnenstunden zu bescheren.

 

Abends ließ sich der kühle Herbstbeginn dann freilich nicht mehr verleugnen, doch das Publikum war größtenteils warm angezogen oder gut mit Decken ausgerüstet – und wer doch ohne kam, wurde von Doris Pilhofer-Horsch mit Decke oder Sitzkissen versorgt.

 

Mit warmer Quiche und vor allem der wunderbaren Musik von Watzlaff war die septemberliche Abendkälte dann schnell vergessen: Das Publikum verliebte sich gleich auf den allerersten Ton in die Musik von Ilonka Vöckel und Eric Ehmer.

 

Beiden Musikern war anzusehen, welchen Spaß sie auf der Bühne hatten und mit wie viel Freude sie die vielen glücklichen Gesichter aus dem Publikum erfüllten.

Mit viel Charme, guter Laune und einer großen Nähe zum Publikum ge­stalteten sie einen wunderbaren Konzertabend.

Es waren zwei kurzweilige Stunden durch alle Gefühlszustände: Romantische und traurige Stücke ebenso wie Lieder über die Liebe und die Lebenskünstler.

Ilonka Vöckel

Partystimmung gab es bei “Those were the days” oder “Crazy”, Staunen über eine ganz eigene Interpretation bei “Valerie”.

Ilonka beeindruckte nicht nur durch ihren Stimme sondern auch den souveränen Einsatz der Begleitinstrumente wie Ukulele, Stompbox und Melodica (Uns war nicht bewußt, dass wir deren Klang seit unseren Kindheit vermissen!). Und auch Eric überraschte neben seiner Fingerfertigkeit an der Gitarre durch eine schöne Singstimme – die wunderbar mit der Ilonkas harmoniert.

Das Feedback aus dem Publikum war durchweg begeistert. Und die Künstler? Die schwärmen von ihrem fantastischen Publikum, das ihnen einen unvergesslichen Abend geschenkt hat.

Eric Ehmer

Eric Ehmer

Ilonka Vöckel und Eric Ehmer bedanken sich bei ihrem fantastischen Publikum © Klaus Helgert

Wussten Sie's schon?

Ilonka Vöckel ist eine professionelle Koloratursopranistin, Eric Ehmer spielt Country und Blues auf der Gitarre. Ilonkas Stimme hat einen sensationellen Tonumfang, Erics Finger beherrschen eine exzellente Pickingtechnik. Zusammen sind sie Watzlaff und spielten am 17. September auf dem Horsch-Hof akustische Folk-, Country- und Lieblings-Songs.

Wir wollten vorab natürlich wissen, wie es dazu kam. Weil Sie es vielleicht auch nochmal nachlesen möchten, lassen wir das Interview online.

Ilonka, wir kennen dich als Sopranistin aus zahlreichen Produk­tionen am Theater Re­gens­burg, aus Musical, Opern und Operetten. Nun dürfen wir dich im Duo mit dem Gitarristen Eric Ehmer auf dem Horsch-Hof erleben.

Was erwartet uns an diesem Abend und auf welche Stücke freust du dich am meisten?

 

Ilonka: Es gibt echte Country – Klassiker z.B. von Johnny Cash “Wayfaring Stranger“ oder Willie Nelsons „Roll Me Up And Smoke Me When I Die“ zu hören, aber auch viele genreuntypische Songs, die man mit unserer akustischen Instrumentierung nicht unbedingt erwarten würde, z.B. von Element of Crime oder auch den Popsong „Crazy“ von Gnarls Barkley.

Ich denke oft bei den Proben der einzelnen Songs „Ui – jetzt kommt mein Lieblingslied“ – letztendlich sage ich das aber bei allen.

 

Also eine völlig andere Art von Musik, als wir von dir gewohnt sind. Wie kam es dazu?

 

Ilonka: Schuld daran sind unsere Hunde, ein Geschwisterpaar, die auf unterschiedlichen Wegen aus Rumänien zu uns kamen und über die Eric und ich in Kontakt gekommen sind.

Nach der ersten gemeinsamen Gassirunde und dem darauf folgenden Abendessen kamen wir dann auf Musik im allgemeinen zu sprechen- Eric und ich hatten bis dahin nicht die leiseste Ahnung, dass wir beide Musiker sind. Daraus entwickelte sich die typische Wohnzimmer­session, die uns beiden Lust auf mehr machte. Am Anfang spielten wir reine Country-Songs, inzwischen wildern wir auch viel in anderen Genres, die wir auf unsere Weise inter­pretieren.

Übrigens sind unsere Hunde anscheinend sehr musikliebend, sie sind immer noch bei jeder Probe dabei.

 

Wie fühlt es sich an, auf der Bühne zu stehen – was dir ja zutiefst vertraut ist – und dabei aber den gewohnten Rahmen zu verlassen?

 

Ilonka: Es ist ganz klar eine völlig andere Art der „Performance“.

Die Bühnenpräsenz, bzw. die Körperspannung bei einem klassischen Konzert nimmt aufgrund der Gesangstechnik viel mehr Raum in Anspruch – mag die Bühne noch so klein und das Publikum noch so nah sein. Dieses fast „künstliche“ Singen gibt mir persönlich eine gewisse Sicherheit, man spielt ja sozusagen eine Rolle. Selbst beim Liedgesang, der ja durchaus etwas sehr Intimes hat. Dazu kommt meist noch die Gestik, eine große Abendrobe, Makeup, die Haare schön…

Hier im Duo ist das Musizieren dafür sehr privat. Es mag rein stimmlich nicht so anstrengend wie zum Beispiel eine Opernarie sein, aber ich habe das Gefühl, dass ich viel mehr von mir preisgebe, weil die Musik so direkt und pur ist.

 

Was gefällt euch am “One Voice, One Guitar”-Projekt besonders?

 

Ilonka: Nur mit Gitarre und Gesang hat man wahnsinnig viele Möglichkeiten zu musizieren: Überall, und wenn’s sein muss, sogar unverstärkt. Wir können alles ausprobie­ren, alle Farben einsetzen, einander zuhören.

Mal davon abgesehen davon, dass ich unsere Musik so arg schön finde.

Eric: Mir gefällt dabei besonders, dass man sehr reduziert versuchen muss, den jeweiligen Song auf den Punkt zu bringen. Obwohl wir immer wieder weitere Instrumente wie Ukulele, Melodica oder sogar Maultrommel zu Unterstützung einsetzen, muss doch die Gitarrenlinie klar erkennbar sein und den Sound tragen oder auch den Teppich legen. Gerade während der „konzertlosen“ Zeit haben wir viel mit anderen Instrumenten wie E-Gitarre, Banjo, Bass usw. experimentiert. Das aktuelle Unplugged-Programm ist aber viel direkter und passt in meinen Augen bzw. Ohren auch perfekt zu Ilonkas Stimme.

 

Und wie kommt ihr auf den Namen Watzlaff?

 

Eric: Watzlaff ist ja eigentlich ein polnisches Stück von Slawomir Mrozek. Es geht dabei im weitesten Sinn um die Suche nach der Freiheit. Da wir ganz bewusst keinen englischen Namen wollten und wir uns musikalisch auch nicht einschränken wollen, dachten wir, das passt ganz gut zu uns.

Können wir denn auch eine Koloratur-Arie erwarten?

 

Ilonka: Habt ihr das aus dem Internet? Bei unserem letzten Straßenkonzert Ende Juli kam tatsächlich der Wirt des benachbarten Italieni­schen Restaurants vorbei und fragte, ob er unser Mikro für ein „O sole mio“ ausleihen dürfe. Da habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, mitzusingen.

Im Horsch-Hof ist aber nix geplant – zu viel Crossover würde dann doch den Rahmen unseres Programmes sprengen.

 

Mal sehen, ob wir nicht auch einen Pizzabäcker finden können…! Eine letzte Frage: Was schätzt jeder von euch in der Zusammenarbeit am meisten?

 

Ilonka: Mal davon abgesehen dass ich finde, dass Eric toll Gitarre spielt, mag ich unsere gemeinsame Auffassung der „Work-Life-Balance“: Wir arbeiten immer ohne Druck, trotzdem konzentriert.

Watzlaff - Ilonka Vöckel und Eric Ehmer

Ilonka Vöckel und Eric Ehmer

Eric, wie ist es für dich, mit Ilonka zu musizieren?

 

Eric: Zunächst war es am Anfang mal eine Herausforderung. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon länger keine Musik mehr gemacht, wenn man von gelegentlichen Sessions mal absieht. Und dann gleich mit einem echten Profi zu arbeiten, hat mich schon ein paar Übungsstunden gekostet. 

Inzwischen ist es aber so, dass wir uns nicht nur musikalisch gut kennengelernt haben und die doch recht unterschiedlichen, musikalischen Wurzeln zu einem gemeinsamen Sound verschmelzen lassen können. Und ich finde, das hört man unserer Musik auch an.

 

Und jetzt dürfen wir euch auf dem Horsch-Hof begrüssen…

 

Ilonka: Darauf freuen wir uns sehr! Ich kenne Julia schon recht lange, trotzdem habe ich erst vor Kurzem von ihrer Selbständigkeit erfahren.

Bei einem zufälligen Gespräch auf der Straße habe ich dann von unserem neuen Projekt Watzlaff erzählt. Sie hat unsere Videos gesehen, fand unser Konzept gut und jetzt geben wir unser erstes richtiges Konzert auch als einer der ersten Acts der Kulturoptimisten!

Und wir haben beide dieselbe Begeisterungs­fähigkeit, wenn es darum geht, neue Songs zu suchen. Dann lassen wir auch die Probe Probe sein, und bleiben gleich im Wohnzimmer mit einem Bierchen sitzen und probieren aus.

 

Eric:  Was ich klasse finde, ist, dass Ilonka jeden Song so gefühlvoll interpretiert, als hätte sie ihn selbst geschrieben. Dadurch kommt eine ziemliche Intensität in die Musik. Außerdem ist ihre professionelle Einstellung extrem hilfreich bei den Proben. Auch wenn wir manchmal etwas kürzer proben und stattdessen lieber ein Gläschen trinken, ist die Zeit immer produktiv und optimal genutzt. Aber vor allem, es macht so richtig Spaß, zusammen Musik zu machen.

 

Liebe Ilonka, lieber Eric – vielen herzlichen Dank für eure Zeit und die offenen Antworten! 

Ilonka, wir kennen dich als Sopranistin aus zahlreichen Produk­tionen am Theater Re­gens­burg, aus Musical, Opern und Operetten. Nun dürfen wir dich im Duo mit dem Gitarristen Eric Ehmer auf dem Horsch-Hof erleben.

Was erwartet uns an diesem Abend und auf welche Stücke freust du dich am meisten?

 

Ilonka: Es gibt echte Country – Klassiker z.B. von Johnny Cash “Wayfaring Stranger“ oder Willie Nelsons „Roll Me Up And Smoke Me When I Die“ zu hören, aber auch viele genreuntypische Songs, die man mit unserer akustischen Instrumentierung nicht unbedingt erwarten würde, z.B. von Element of Crime oder auch den Popsong „Crazy“ von Gnarls Barkley.

Ich denke oft bei den Proben der einzelnen Songs „Ui – jetzt kommt mein Lieblingslied“ – letztendlich sage ich das aber bei allen.

 

Also eine völlig andere Art von Musik, als wir von dir gewohnt sind. Wie kam es dazu?

 

Ilonka: Schuld daran sind unsere Hunde, ein Geschwisterpaar, die auf unterschiedlichen Wegen aus Rumänien zu uns kamen und über die Eric und ich in Kontakt gekommen sind.

Nach der ersten gemeinsamen Gassirunde und dem darauf folgenden Abendessen kamen wir dann auf Musik im allgemeinen zu sprechen- Eric und ich hatten bis dahin nicht die leiseste Ahnung, dass wir beide Musiker sind. Daraus entwickelte sich die typische Wohnzimmer­session, die uns beiden Lust auf mehr machte. Am Anfang spielten wir reine Country-Songs, inzwischen wildern wir auch viel in anderen Genres, die wir auf unsere Weise inter­pretieren.

Übrigens sind unsere Hunde anscheinend sehr musikliebend, sie sind immer noch bei jeder Probe dabei.

 

Wie fühlt es sich an, auf der Bühne zu stehen – was dir ja zutiefst vertraut ist – und dabei aber den gewohnten Rahmen zu verlassen?

 

Ilonka: Es ist ganz klar eine völlig andere Art der „Performance“.

Die Bühnenpräsenz, bzw. die Körperspannung bei einem klassischen Konzert nimmt aufgrund der Gesangstechnik viel mehr Raum in Anspruch – mag die Bühne noch so klein und das Publikum noch so nah sein. Dieses fast „künstliche“ Singen gibt mir persönlich eine gewisse Sicherheit, man spielt ja sozusagen eine Rolle. Selbst beim Liedgesang, der ja durchaus etwas sehr Intimes hat. Dazu kommt meist noch die Gestik, eine große Abendrobe, Makeup, die Haare schön…

Hier im Duo ist das Musizieren dafür sehr privat. Es mag rein stimmlich nicht so anstrengend wie zum Beispiel eine Opernarie sein, aber ich habe das Gefühl, dass ich viel mehr von mir preisgebe, weil die Musik so direkt und pur ist.

 

Was gefällt euch am “One Voice, One Guitar”-Projekt besonders?

 

Ilonka: Nur mit Gitarre und Gesang hat man wahnsinnig viele Möglichkeiten zu musizieren: Überall, und wenn’s sein muss, sogar unverstärkt. Wir können alles ausprobie­ren, alle Farben einsetzen, einander zuhören.

Mal davon abgesehen davon, dass ich unsere Musik so arg schön finde.

Eric: Mir gefällt dabei besonders, dass man sehr reduziert versuchen muss, den jeweiligen Song auf den Punkt zu bringen. Obwohl wir immer wieder weitere Instrumente wie Ukulele, Melodica oder sogar Maultrommel zu Unterstützung einsetzen, muss doch die Gitarrenlinie klar erkennbar sein und den Sound tragen oder auch den Teppich legen. Gerade während der „konzertlosen“ Zeit haben wir viel mit anderen Instrumenten wie E-Gitarre, Banjo, Bass usw. experimentiert. Das aktuelle Unplugged-Programm ist aber viel direkter und passt in meinen Augen bzw. Ohren auch perfekt zu Ilonkas Stimme.

 

Und wie kommt ihr auf den Namen Watzlaff?

 

Eric: Watzlaff ist ja eigentlich ein polnisches Stück von Slawomir Mrozek. Es geht dabei im weitesten Sinn um die Suche nach der Freiheit. Da wir ganz bewusst keinen englischen Namen wollten und wir uns musikalisch auch nicht einschränken wollen, dachten wir, das passt ganz gut zu uns.

Watzlaff - Ilonka Vöckel und Eric Ehmer

Ilonka Vöckel und Eric Ehmer

Eric, wie ist es für dich, mit Ilonka zu musizieren?

 

Eric: Zunächst war es am Anfang mal eine Herausforderung. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon länger keine Musik mehr gemacht, wenn man von gelegentlichen Sessions mal absieht. Und dann gleich mit einem echten Profi zu arbeiten, hat mich schon ein paar Übungsstunden gekostet. 

Inzwischen ist es aber so, dass wir uns nicht nur musikalisch gut kennengelernt haben und die doch recht unterschiedlichen, musikalischen Wurzeln zu einem gemeinsamen Sound verschmelzen lassen können. Und ich finde, das hört man unserer Musik auch an.

 

Und jetzt dürfen wir euch auf dem Horsch-Hof begrüssen…

 

Ilonka: Darauf freuen wir uns sehr! Ich kenne Julia schon recht lange, trotzdem habe ich erst vor Kurzem von ihrer Selbständigkeit erfahren.

Bei einem zufälligen Gespräch auf der Straße habe ich dann von unserem neuen Projekt Watzlaff erzählt. Sie hat unsere Videos gesehen, fand unser Konzept gut und jetzt geben wir unser erstes richtiges Konzert auch als einer der ersten Acts der Kulturoptimisten!

 

Können wir denn auch eine Koloratur-Arie erwarten?

 

Ilonka: Habt ihr das aus dem Internet? Bei unserem letzten Straßenkonzert Ende Juli kam tatsächlich der Wirt des benachbarten Italieni­schen Restaurants vorbei und fragte, ob er unser Mikro für ein „O sole mio“ ausleihen dürfe. Da habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, mitzusingen.

Im Horsch-Hof ist aber nix geplant – zu viel Crossover würde dann doch den Rahmen unseres Programmes sprengen.

 

Mal sehen, ob wir nicht auch einen Pizzabäcker finden können…! Eine letzte Frage: Was schätzt jeder von euch in der Zusammenarbeit am meisten?

 

Ilonka: Mal davon abgesehen dass ich finde, dass Eric toll Gitarre spielt, mag ich unsere gemeinsame Auffassung der „Work-Life-Balance“: Wir arbeiten immer ohne Druck, trotzdem konzentriert.

Und wir haben beide dieselbe Begeisterungs­fähigkeit, wenn es darum geht, neue Songs zu suchen. Dann lassen wir auch die Probe Probe sein, und bleiben gleich im Wohnzimmer mit einem Bierchen sitzen und probieren aus.

 

Eric:  Was ich klasse finde, ist, dass Ilonka jeden Song so gefühlvoll interpretiert, als hätte sie ihn selbst geschrieben. Dadurch kommt eine ziemliche Intensität in die Musik. Außerdem ist ihre professionelle Einstellung extrem hilfreich bei den Proben. Auch wenn wir manchmal etwas kürzer proben und stattdessen lieber ein Gläschen trinken, ist die Zeit immer produktiv und optimal genutzt. Aber vor allem, es macht so richtig Spaß, zusammen Musik zu machen.

 

Liebe Ilonka, lieber Eric – vielen herzlichen Dank für eure Zeit und die offenen Antworten!