Thon-Dittmer-Palais, 1. Juli 2025
Das persönlichste Galakonzert
„Sie wissen ja so ungefähr, was Sie heute Abend erwartet – alles Mögliche, und nix, was irgendwie zusammenpasst. Das ist deswegen so, weil wir drei von den Kulturoptimisten dazu eingeladen wurden, dieses Konzert zu gestalten. Mit der ANWEISUNG wir dürfen – nein! Wir SOLLEN bitteschön machen, was wir wollen.“ – Ilonka Vöckel














Thon-Dittmer-Palais. Freiheit! Alle wollen sie… aber wenn man sie dann hat, muss man auch damit umgehen können! Dass das gar nicht so einfach ist, klang schon in Ilonkas Begrüßung an. Gemeinsam mit dem Tenor Juan Carlos Falcón und dem Bariton Daniel Gutmann gestaltete die Sopranistin ein ganz besonderes Galakonzert; eine sehr persönliche, wilde Mischung aus den Lieblingssongs der drei – quer durch alle Genres, voller berührender Duette, mitreißender gemeinsamer Auftritte und starker Soli:
Juan Carlos beschwor mit einem gefühlvollen Sinatra-Medley das New York der Crooner-Ära und entfaltete mit seiner Interpretation von My Way und New York, New York eine Atmosphäre zwischen Glanz und Melancholie. Daniel verkörperte im Musical-Song Confrontation sowohl die Rolle des Jekyll als auch die des Mr. Hyde und beeindruckte das Pulikum mit blitzschnellen Wechseln zwischen den beiden Figuren. Und Ilonka singt besonders gern Stücke, in denen sich Opernelemente mit anderen Stilen abwechseln. Ihre deutsche Version von They Don’t Let You in the Opera (if You’re a Country Star), ein Countrysong mit Arienabschnitten, erfüllte den Arkadenhof immer wieder mit schallendem Gelächter und gehörte sicher zu den vielen Höhepunkten des Abends.
Eindrucksvoll getragen wurde der Abend von einem wundervollen Salonorchester aus Musikern des Gärtnerplatztheaters in München und Daniels Band The Groovecake Factory aus Wien.

Gemeinsam bewiesen sie, dass Brindisi, Zitti Zitti und Funiculi, funicula auch in kleiner Besetzung ganz groß klingen können.
Die charmante Moderation der Solisten rundete den Konzertabend wunderbar ab. Mit viel Witz und Offenheit erzählten sie vom Mond, von der Liebe und vom Wein, teilten Geschichten aus dem Leben und von der Freundschaft und bescherten ihrem begeisterten Publikum so nicht nur ein höchst unterhaltsames und musikalisch vielseitiges Galakonzert, sondern auch ein sehr persönliches.
Und auch wenn Ilonkas Begrüßung provokant so klang, als sei das Nicht-Zusammenpassen ein Manko – das Publikum sah das ganz anders. „Der fehlende rote Faden hat eine zusätzliche Leichtigkeit gegeben“ wurde uns als Feedback zugetragen, und dass man dadurch nur noch neugieriger auf das jeweils nächste Lied war: wie ein Blind Date mit Musik.
Viele wünschten sich auch eine Wiederholung oder Fortsetzung dieses Formats und für sie gibt es gute Nachrichten: wir wünschen uns das auch und Ilonka, Juan Carlos und Daniel ebenso… und deshalb geht es im nächsten Juli weiter!